Schwerpunkt Migration

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Mehr als 700 Bootsflüchtlinge sind alleine in der letzten Woche auf offener See ertrunken. Die traurigen Nachrichten von Menschen, die auf der Suche nach einer besseren Zukunft im Mittelmeer ihr Leben lassen, reißen nicht ab. Mit der Rezension des Buches „Non dirmi che hai paura” von G. Catozzella, erschienen bei Feltrinelli (2014), möchte das “Observatorium der deutsch-italienischen Beziehungen (OGI) eine Diskussion zum Thema anregen – ein Thema, das nicht nur für Italien, sondern für ganz Europa wichtig ist.

In den kommenden Wochen veröffentlichen wir verschiedene Artikel zu diesem Schwerpunkt. Wir nehmen die Herkunftsländer der Migranten und die dort herrschenden Konflikte stärker in den Blick. Wir versuchen Politiker und Verantwortliche unterschiedlicher Institutionen zu Wort kommen zu lassen und den Protagonisten dieser traurigen Seite unserer Geschichte – den Migranten selbst – eine Stimme zu geben.
Daher haben wir uns dazu entschlossen, mit der Geschichte von Samia zu beginnen – ein junges Mädchen, vielleicht ein bisschen jünger als die Studierenden unseres Observatoriums. Eine Geschichte, die von Werten erzählt, von Kraft und Mut. Von Beharrlichkeit und Entschlossenheit.
Emigration und Immigration sind die Folgen von politischen, sozialen und ökonomischen Problemen. Laut den ISTAT-Daten, beträgt die Gesamtzahl der im Jahre 2014 in Italien lebenden Ausländern mehr als 4,9 Millionen. Diese Zahl sagt jedoch nichts über die Bootsflüchtlinge, die in den Auffanglagern auf Lampedusa ankommen.

Seit 2002 ist die Zahl der ankommenden Migranten kontinuierlich gestiegen; die Situation für Italien“ untragbar geworden. Ministerpräsident Matteo Renzi forderte in einem Apell an die Mitgliedsstaaten der EU größere Anstrengungen zur gemeinsamen Lösung des Flüchtlingsproblems und schlug eine gemeinsame Sicherheitsstrategie vor.

Unterdessen sorgt sich die EU weiter um die legale Einwanderung. Am 8. April dieses Jahres wurde die Eröffnung eines 10 Millionen teuren Zentrums zur Steuerung der Migrationsströme diskutiert, welches sich außerhalb der EU-Grenzen befinden soll und ca. 40 Angestellte beschäftigt. Dies bedeutet einen kleinen Schritt zur Veränderung der aktuellen Lage. Es ist jedoch dringend notwendig, so schnell wie möglich ein Netzwerk starker Solidarität zu schaffen, mit dem Ziel, die Reformen zu beschleunigen und eine engere Koordination vorzusehen, die die Umsetzung einheitlicher Strategien in allen Mitgliedsstaaten beim Thema Emigration und Immigration ermöglicht.

Wir freuen uns über Ihre Anmerkung und hoffen auf eine fruchtbare Diskussion!

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